Das Katz- und Maus-Spiel, das PayPal mit Kunden treibt. Erlebnisbericht eines Redaktionsmitglieds
Re: Die Arroganz der Macht: Wie PayPal seine Kunden entmündigt und terrorisiert und dabei absahnt -- Redaktion Antwort verfassen Anfang des Threads Forum
Gepostet von: Redaktion ®

01/13/2007, 19:16:05

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Ein (weibliches) Mitglied unserer Redaktion hat sich bei PayPal ein Konto eingerichtet. Vom Konto des Vereins wurde ihr ein bestimmter Betrag überwiesen. Der folgende Screenshot mit einem Kontoauszug zeigt den Zahlungseingang:




Noch am selben Tag wurde das Konto gesperrt!

PayPal gab vor, sich Sorgen zu machen (es könnte ein unberechtigter Zugriff auf das Konto erfolgt sein). :-) Siehe dazu den folgenden Screenshot:





Immerhin - es wurde auch eine 'Lösung' angeboten!!





Das ist eigentlich eine Unverschämtheit, denn PayPal führt seine Kunden bei der Kontoeröffnung in die Irre, wenn es nicht deutlich macht, dass man über erhaltenes Geld in Zukunft nur verfügen kann, wenn man bereit ist, seine Kreditkarteninformationen bekannt zu geben. - Hat es vielleicht damit zu tun, dass das Konto der Redakteurin ein 'Basiskonto' war, an dem PayPal nichts verdient. Sollte irgendwie Druck ausgeübt werden, dass das Konto 'hochgestuft' wird (wie es heißt) - was allerdings leider zur Folge hat, dass auf eingehende Beträge eine Gebühr anfällt ...? Doch diese Unverschämtheit ist nicht das Einzige, was wütend machen kann!

Eine Auffälligkeit

Normaerweise besteht bei jeder Überweisung die Möglichkeit, einen erhaltenen Betrag an den Sender zurück zu senden - 6 Wochen lang. In der Übersicht der erhaltenen Zahlungen klickt man auf 'Dateil' und es werden einem die Details der Zahlung angezeigt wie in dem folgenden Screenshot:




Am Fuße der Seite sieht man die Option 'Zahlung erstatten'. Diese Option kann man anklicken und dann erhält der Sender der Zahlung den Betrag zurück erstattet. Auf seinem Kontoauszug sieht das dann so aus:





Wenn unsere Kollegin in ihrem Kontoauszug (siehe oben) bei der vom Verein erhaltenen Zahlung auf Detail klickt(e), erhält/erhielt sie allerdings eine Anzeige, auf der die Möglichkeit, diesen gerade erhaltenen Betrag wenigstens dem Sender zurückerstatten zu können, nicht:





Wenn es tatsächlich um die Sorge einer unberechtigten Nutzung des Kontos gehen würde, dann wäre es problemlos, dass kürzlich erhaltene Gelder wenigstens an die Sender zurückgezahlt werden können, wenn man schon die Kontonutzung einschränkt und damit für den Kontoinhaber Gelder der Verfügbarkeit entzieht!! Die Rücküberweisung von Geldern wäre nämlich mit keinerlei Gefahr von Betrug verbunden; es würde einfach wieder der Zustand wie vor der Überweisung hergestellt. Insbesondere gilt dies, wenn die Überweisung am selben Tag erfolgte, an dem auch der Zugriff auf das Konto eingeschränkt (und damit die Verfügung über das erhaltene Geld verhindert) wurde ...

Unsere Kollegin wollte es genauer wissen

Unsere Kollegin gab sich nun PayPal gegenüber geschlagen und war bereit, Ihre Kreditkarteninformationen einzugeben!

Doch da erlebte sie die nächste Überraschung! Was Sie als Meldung von dem System bekam, als sie weisungsgemäß versuchte, ihre Kreditkarteninformationen einzugeben, konnte sie nur als schlechten Scherz empfinden. Sie erhielt nämlich die folgende Fehlermeldung:






Man muss sich diese Unverschämtheit im Umgang mit Kunden einmal vor Augen führen: Da wird als 'Konfliktlösung' angeboten, dass man seine Kreditkarteninformationen eingeben soll; wenn man diese jedoch einzugeben versucht, werden diese Informationen vom System überhaupt nicht angenommen, weil der 'einschränkte Zugriff' auf das Konto ja gerade zur Folge hat, dass gar keine Kreditkarteninformationen eingegeben werden können.

Man fragt sich: Was soll dieses Katz- und Mausspiel, dass PayPal da mit seinen Kunden treibt? Das ist nämlich keineswegs ein Versehen! Im Rahmen unserer Recherchen kennen wir derartige Fälle seit Monaten (wir wollten es einfach selbst einmal erlebt haben).

Aber es kommt ja noch besser:
Als unsere Kollegin dem Service von PayPal eine Mail sendet und den Service darüber informiert, dass sie die geforderten Informationen ja gar nicht eingeben könne, weil das System die eingegebenen Kreditkarteninformationen nicht akzeptieren würde, erhält sie eine wirklich erstaunliche Antwort. Diese Antwort fällt genau so aus, wie in unserem Bericht von dem Ex-Mitarbeiter von PayPal beschrieben: Hinhalten und immer weiter hinhalten! Wir geben die Antwort hier im Wortlaut wieder:

Antwortmail von PayPal:
Guten Tag xxxx,

Leider können wir Ihre Kontozugriffsbeschränkung derzeit nicht aufheben.
Wir benötigen weitere Informationen zu Ihrem Konto, um den
uneingeschränkten Zugriff auf Ihr Konto wiederherzustellen. Befolgen Sie
die unten beschriebenen Schritte, damit wir Ihr Konto weitergehend prüfen
können:

- Senden Sie uns per Fax eine Kopie Ihres monatlichen Kontoauszugs fü Ihre
Kreditkarte. Auf dem Auszug müssen Ihr Namen und die Adressenau so
angezeigt werden, wie sie in Ihrem PayPal-Konto angegeben sind.

- Senden Sie uns per Fax eine Kopie einer aktuellen Strom-, Gas-, Wasser
oder Telefonrechnung (nicht aelter als 6 Monate). Auf der
Zahlungsanforderung müssen Ihr Namen und die Adresse genau so angezeigt
werden, wie sie in Ihrem PayPal-Konto angegeben sind.

Wenn Sie Informationen per Fax senden, müssen Sie das von PayPal
bereitgestellte Deckblatt verwenden. Das Deckblatt enthält Informationen zu
Ihrer Person. Seine Verwendung stellt sicher, dass Ihre Dokumente
rechtzeitig weitergeleitet und bearbeitet werden. Um das Deckblatt zu
drucken, loggen Sie sich in Ihr Konto ein, und klicken Sie auf der Seite
"Beschränkter Kontozugriff - Details" auf den Link für Faxdokumente.

Wenn Sie das Faxdeckblatt nicht mehr haben, senden Sie die Unterlagen bitte
an die Faxnummer 0180 5006632. Bitte vermerken Sie Ihre Bearbeitungsnummer
und Ihre PayPal Emailadresse auf jeder Seite, die Sie uns faxen.

Mit freundlichen Grüßen
Janina Goergens
PayPal-Kontoprüfungsabteilung


Nach dem Einloggen ins Konto hat sich unter 'Konfliktlösungen' auch in der Tat etwas getan. Dort sieht es jetzt so aus:







Wie in unserem Artikel berichtet, gibt es bei PayPal ja auch so etwas wie 'Sippenhaft'. Wir haben PayPal ja keineswegs im Unklaren darüber gelassen, dass die Kollegin Mitglied unserer Redaktion ist (wie alle Redaktionsmitglieder arbeitet sie allerdings in eigener Verantwortung und ehrenamtlich). Und der Verein beschwerdezentrum.org hat ja ein Konto bei PayPal.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis PayPal sich auch dieses Kontos zu 'bemächtigen' versuchen wird - und welchen Vorwand PayPal dafür finden wird.

Wir werden darüber berichten ...

Die Redaktion




Redaktion Beschwerdezentrum
Postadresse: Verein beschwerdezentrum.org - 4500 Solothurn/Schweiz
Telefon: +41.793144994 (ab 11.00 Uhr)



Modified by Redaktion at Sat, Jan 13, 2007, 19:29:26


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